Zahlreiche Ausstellungen renommierter Maler und Bildhauer, aber auch hochbegabter junger Künstler fanden zwischen 1999 und 2001 in den eigenen Räumen von Ars Vivendi statt. Auch heute noch engagiert sich die ehemalige Galeristin immer wieder für den 1972 verstorbenen, amerikanischen Expressionisten HOLMEAD. Seine Bilder wurden in Kronberg 1999 nach einer langen Zeit der Vergessenheit erstmals wieder ausgestellt und  weckten sofort das Interesse von Kunstexperten- und sammlern.


HOLMEAD

Geboren wurde HOLMEAD als Clifford Holmead Phillips 1889 im Staate Pennsylvania, und erst ab 1944 nannte er sich HOLMEAD. Eigentlich sollte er die väterliche Möbelfabrik übernehmen, aber schon seine erste von insgesamt 25 Atlantiküberquerungen, die ihn als 23-jährigen nach Europa führte, ließ den Entschluss aufkommen, Maler zu werden. Eindrucksvolle Begegnungen mit der alten und der neuen Kunst öffneten ihm die Augen für die unterschiedlichen, künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten, und ein Leben lang suchte er nach der eigenen, gültigen Aussage. Er fand sie schließlich in seinem nirgendwo einzuordnenden Spätwerk, dem 'Shorthand Painting'.

Zahllose Wohnungswechsel kennzeichnen seinen Weg, und sie erfolgten nicht alle freiwillig. So trieben ihn die Ereignisse in Europa 1941 nach Amerika zurück, er verließ Freunde und Förderer, hatte keinen festen Wohnsitz mehr und war kaum noch zu erreichen. Das ist sicher ein Grund dafür, dass ihm der große Durchbruch trotz vieler wichtiger Ausstellungen in Europa und den USA nicht gelang. Hinzu kam sein heftiger Widerwille dagegen, seine Bilder zu Spekulationsobjekten werden zu lassen.
1931 wurde er Mitbegründer von 'An American Group', einer Künstlergruppe, die es sich zum Ziel setzte, dem Spekulieren mit der Kunst ein Ende zu machen. "Kunst war nie ein Lutscher für Schwachköpfe oder ein Spielzug für Taschendiebe," schrieb er einmal an seine Frau, die aus Bremen stammte und mit der er in bescheidener Zurückgezogenheit lebte, während er sein Holmead'sches Universum schuf.
Alles, was er sah, fand seinen künstlerischen Niederschlag. Im krassen Gegensatz zu seinen frühen Arbeiten, die malerische Farmlandschaften zeigten, spiegeln die späteren Werke oft Hoffnungslosigkeit und Pathos, Verzweiflung und Sarkasmus wider. Man trifft auf eine Natur, die rauh ist, jäh und tragisch und manchmal Zeichen des Weltuntergangs trägt.

Erst lange nach dem Krieg zog es ihn wieder nach Europa, und er ließ sich in Brüssel nieder, wo er bis zu seinem Tode blieb. Auf seinen vielen Reisen begleiteten ihn stets seine Frau, seine Bilder und seine selbst gebauten Jugendstilmöbel. Das mag ihm eine gewisse Geborgenheit gegeben haben, während er in seinem künstlerischen Ausdruck jene einzigartige Sprache an nahm, die so maßlos und heftig ist, dass sie auch heute noch vielfach auf Unverständnis stößt. Sein kraftvoller, dramatischer Stil sprengte am Ende auch die Grenzen des Expressionismus.


Weitere Informationen zu HOLMEAD finden Sie auf der Website www.holmead.de.